Hohe Tatra - das kleinste Hochgebirge der Welt

Die hohe Tatra bildet auf ihrem höchsten Kamm die Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Sie ist weniger als 30 km lang und besteht nur aus einem Höhenzug mit kurzen Tälern, ihre Breite liegt daher jeweils auch deutlich unter 10 km. Das gesamte Gebirge steht als Nationalpark unter besonderem Schutz und ist gleichzeitig Biosphärenreservat der UNESCO. Im Nationalpark gelten sehr strenge Verhaltensregeln, die leider in der Praxis nicht immer eingehalten werden.

Die Anreise in die Hohe Tatra erfolgt in der Regel mit dem Auto. Es gibt mehrere Varianten, jedoch ist die Route von Dresden über Breslau/Kattowitz/Krakau am schnellsten und am billigsten. Bis auf etwa 50 km hinter der sehenswerten Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec ist die Autobahn durchgängig bis Krakau. Nur ein kurzes Teilstück ist mautpflichtig, mit etwa 3 € kann man aber leben. Die Variante über Tschechien erfordert Autobahnvignetten für Tschechien und die Slowakei und dauert wesentlich länger aufgrund der vielen Lücken im Autobahnnetz. Meine Empfehlung ist aber, sich für die An- und Abreise Zeit zu nehmen und einige der vielen interessanten Städte auf beiden Routen zu besichtigen. Beide Strecken kann man mit Dresden verbinden. In Tschechien sind Kutna Hora (Kuttenberg), Jihlava (Iglau), Brno (Brünn) und natürlich Prag zu nennen, in Polen die Grenzstadt Zgorzelec (Görlitz), Jelenia Gora (Hirschberg), Wroclaw (Breslau) oder Krakow (Krakau). Nach Krakow kann man auch einen Tagesausflug aus der Tatra unternehmen, Fahrzeit 2 - 3 Stunden.

Eine Anreisemöglichkeit mit dem Zug besteht nur in der Theorie, in der Praxis ist davon abzuraten.

Flughäfen gibt es in Poprad, der slowakischen Tatra-Metropole und in Krakow. Im Gegensatz zu Poprad ist Krakow jedoch deutlich besser zu erreichen.

Hauptorte der slowakischen Tatra sind Strbske Pleso, Stary Smokovec, Tatranska Lomnica, alle unter der Bezeichnung "Vysoke Tatry" zusammen gefasst.

Strbske Pleso ist ein äußerst hässlicher, jedoch der höchst gelegene Skiort (1350 NN) der Tatra. Seinen Namen erhält er durch den gleichnamigen, reizvollen See. Das Hotel Patria liegt direkt am See in ruhiger Lage. Es hat vier Sterne und bietet ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Neu eröffnet wurde im Mai 2009 das Hotel Kempinski High Tatras, ebenfalls direkt am See, ein Luxushotel der Spitzenklasse.

Stary Smokovec ist der Hauptort, welcher über die beste touristische Infrastruktur verfügt. Empfehlenswert das sehr zentral gelegene Grand Hotel mit seinem landestypischen Ambiente. Komfortabel und mit sehr schöner Aussicht das Hotel Bellevue am Ortsrand. Eine Zahnradbahn fährt von hier zum Hotel Hrebienok, einem schönen Ausgangspunkt für Wanderungen ins Herz des Gebirges aber leider deswegen auch sehr stark frequentiert.

Tatranska Lomnica liegt nur wenige Kilometer entfernt. Hier befindet sich die Talstation der bekannten Seilbahn auf den zweithöchsten Berg der Tatra, die Lomnitzer Spitze (Lomnicky Stit 2632 NN). Aufgrund der grossen Nachfrage und der geringen Kapazität dieser Bahn müssen die Berg- und Talfahrten zu festen Zeiten gebucht werden.

Höchster Berg der Tatra ist die Gerlsdorfer Spitze (Gerlachovsky Stit 2655 NN). Weitere berühmte Gipfel sind der Rysy, Krivan oder Ladovy Stit. Für ambitionierte Bergwanderer sind fast alle Gipfel zu erreichen. Es ist jedoch darauf zu achten, daß dies in den allermeisten Fällen nur mit Führer erlaubt ist.

Weitere lohnenswerte Wanderziele auf der slowakischen Seite sind die vielen Bergseen und Berghütten, zu welchen man sich auch alleine hin aufmachen darf. Die Wege und Steige sind nahezu perfekt von der TANAP ausgezeichnet worden. Leider funktioniert das Informationssystem der TANAP nicht so perfekt. Informationen beispielsweise über gesperrte Wege (Schneeverhältnisse im Frühjahr) sind nur sehr schwerlich zu bekommen, da meist total veraltet.

Die polnische Tatra hat nur einen erwähnenswerten Ort. Dieser ist dafür weltberühmt und das sieht man ihm auch an: Zakopane

Zakopane ist mit knapp 30 000 Einwohnern und rund 3 Millionen Touristen jährlich die höchst gelegene Stadt Polens. Unzählige Unterkunftsmöglichkeiten und eine vergleichsweise gute touristische Infrastruktur, Zakopane ist kein Ort der Ruhe und Erholung. Wer hier hin kommt will Unterhaltung und High Life, dafür wird auch einiges geboten. Zakopane steht den mondänen Skizentren der Alpen in nichts nach. Das Publikum ist fast ausschließlich polnisch.

Die Natur der Tatra ist sicherlich der Hauptgrund ihrer Attraktivität. Obwohl die Tierpopulation sehr niedrig und nicht besonders außergewöhnlich ist (Schwarz- und Rotwild, Gemsen, Murmeltiere etc. findet man viel seltener als in den Alpen), so besteht immerhin die Hoffnung, auf einen der 1300 Braunbären in der Slowakei zu treffen. Davon leben jedoch in der Hohen Tatra die allerwenigsten (ca.50 Stück). Außerdem gibt es noch einen geringen Bestand an Luchsen und Wölfen.

Die Wälder der Hohe Tatra bestehen ausschließlich aus Nadelwald, welcher in einer Höhe von ca. 1200 - 1500 NN in die Felsregionen übergeht. Almwiesen bzw. Matten wie in den Alpen gibt es sozusagen gar nicht. Daher wirkt die Landschaft sehr rau, das Relief bzw. die Felsformationen sind auch sehr schroff und das Gestein dunkel. Aufgrund des meist langen und kalten Winters empfiehlt sich für Wanderer die Reisezeit Juni - September. Wer zum Skifahren in die Tatra kommt (keine gute Alternative zu den Alpen), sollte die Monate Januar - März vorziehen.

Die Hohe Tatra ist für den Wanderer, der der Alpen überdrüssig, eine sehr gute Alternative. Kartenmaterial kann bereits in Deutschland bestellt werden und ist in Stary Smokovec wie in Zakopane erhältlich. Die Buchung der Hotels empfiehlt sich unbedingt in Deutschland über einen Veranstalter (z.B. TUI) zu machen. Die Preise sind deutlich günstiger und die Auswahl groß. Weiterhin bietet auch die Umgebung viele interessante Ausflüge im näheren Umfeld wie z.B. das Zippser Land mit der Zippser Burg, Levoca, Kezmarok oder das schönste Städtchen der Slovakei Bardejov, mit seinem einzigartigen Rathausplatz.

Ein gutes Argument für die Hohe Tatra sind sicherlich die Lebenshaltungskosten. Diese liegen in der Slowakei und insbesondere in Polen deutlich unter jenen in Deutschland und Österreich oder gar den übrigen Staaten der Alpen wie Italien und Frankreich.

Kezmarok.JPG Lomnicky Stit.JPG Patria2.JPG

Sollte ich Ihr Interesse an diesem in unserer Gegend noch eher unbekannten aber durchaus lohnenswerten Reiseziel geweckt haben, so würde ich mich über Ihren Kontakt sehr freuen. Ich stehe Ihnen für alle Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Frank Breuch

02151/733105

f.breuchreise-esser.de